26. Januar 2009

Naturnahe Teichwirtschaft

Naturnahe Teichwirtschaft – Weidehaltung im Teich!

Waldteiche LuftbildIn jedem Fischteich finden Fische Nahrung in Form von kleinen Würmern und Krebstieren. In natürlichen Gewässern ernähren sich die Fische ausschließlich von diesen Fischnährtieren. In der naturnahen Teichwirtschaft verwenden wir zusätzlich zu diesem natürlichen Futterangebot Getreide als Futtermittel für unsere Fische.

Die naturnahe Teichwirtschaft ist vergleichbar mit einer Weidehaltung bei Rindern. Die Weide ist der Teich und die Fische sind die Weidetiere. Das Ziel des Bewirtschafters muss dabei sein, die Anzahl der Weidetiere genau zu regeln. Zu wenige Weidetiere nuzen das Nahrungsangebot der Weide nicht aus. Zu viele Tiere auf der Weide fressen die Weide kahl und haben dann nicht mehr genug zu fressen. Ist die Anzahl der Weidetiere richtig gewählt, so wächst auf der Weide ausreichend Futter nach. Die Weidetiere fühlen sich wohl und sind gesund. 

Bei der naturnahen Teichwirtschaft funktioniert es genau so. Damit die Anzahl der Fische genau bestimmt werden kann, wird der Teich jedes Jahr komplett ausgefischt. Wenn der Teich wieder mit Wasser befüllt ist, werden genau so viele Fische eingesetzt, das sie das ganze Jahr ausreichend Fischnährtiere zur Verfügung haben. Ein Beispiel: Im dritten Aufzuchtjahr besetzen wir einen Karpfen pro 20 qm Teichfläche.

Eisvogel beim Putzen, Foto: Franz LukasBei diesem extensiven Fischbesatz benötigten wir grosse Flächen für die Aufzucht unserer Fische. Dennoch bringt diese traditionelle Fischhaltung wichtige Vorteile mit sich:

  • Gesunde Fische. Je dichter Tiere gehalten werden, desto mehr versuchen Parasiten und Krankheitserreger diesen Bestand auf ein normales Maß zu reduzieren. Mehr Platz für die Tiere bedeutet deshalb auch weniger  kranke Tiere. 
  • Unabhängigkeit von Fischmehlen. Durch die Überfischung der  Meere wird das Fischmehl im Mischfutter für Fische immer knapper und teurer. In der naturnahen Teichwirtschaft beziehen die Fische  das notwendige Eiweiß aus den Fischnährtieren und nicht aus Fischmehlen.  
  • Die Fische sind von klein auf gewöhnt sich natürliche Nahrungsquellen zu suchen. Wenn sie in ein neues Gewässer besetzt werden, finden sie schnell diese natürlichen Nahrungsquellen.
  • Lebensraum für andere Lebewesen. Auch wenn wir unser Geld mit der Fischzucht verdienen, bietet unsere Teichanlage einen Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Darunter sind auch einige Arten die auf der Roten Liste stehen wie der Eisvogel.
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Eine Reaktion zu “Naturnahe Teichwirtschaft”

  1. Armin Geissler
    10. September 2009 um 00:19 Uhr

    Hallo,

    finde es sehr interessant was sie über Ihre nachhaltige Art der Fischzucht schreiben. Findet man selten.

    mfG

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